Wohnen und Miete

Nebenkosten, Mieterhöhung, Kündigung, Kaution. Prüfen, verstehen und das passende Schreiben aufsetzen.

Die meisten Streitpunkte zwischen Mieter und Vermieter drehen sich um dieselben paar Dinge. Eine Abrechnung, die zu spät kommt oder Posten enthält, die nicht umlagefähig sind. Eine Erhöhung, die über der Kappungsgrenze liegt. Eine Kündigung mit falscher Frist. Eine Kaution, die nicht zurückkommt.

Auffällig ist dabei, wie oft es gar nicht um die Sache geht, sondern um den Kalender. Ein berechtigter Einwand nützt nichts, wenn die Frist abgelaufen ist, und eine falsche Nachforderung verfällt von selbst, wenn der Vermieter zu spät abrechnet. Wer die Fristen kennt, gewinnt einen Teil der Fälle, ohne ein einziges Argument bringen zu müssen.

Die Werkzeuge hier lesen deinen Text in deinem Browser und sagen dir, was auffällt. Es wird nichts hochgeladen und nichts gespeichert. Du kannst die Seite laden, die Verbindung trennen und trotzdem weiterprüfen. Am Ende steht ein fertiges Schreiben, nach DIN 5008, mit deinen Punkten einzeln begründet und mit einer Frist, die du selbst setzt. Ebenfalls kostenlos.

Was hier steht, ist eine Einschätzung nach allgemeinen Regeln und keine Prüfung deines Falls. Ob eine Klausel bei dir wirklich unwirksam ist, hängt vom genauen Wortlaut ab, vom Zusammenspiel mit anderen Klauseln und von Umständen, die eine Software nicht kennt. Wo eine Deutung umstritten ist, steht das ausdrücklich dabei statt geglättet zu werden.

Werkzeuge

Worauf es ankommt

Zwölf Monate, zweimal

Die Nebenkostenabrechnung muss dir spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen, sonst kann der Vermieter nach § 556 Abs. 3 BGB keine Nachzahlung mehr verlangen, es sei denn er hat die Verspätung nicht zu vertreten. Ein Guthaben bekommst du trotzdem. Umgekehrt hast du selbst zwölf Monate ab Zugang Zeit, Einwendungen zu erheben.

Zwanzig Prozent in drei Jahren, oft nur fünfzehn

Die Miete darf innerhalb von drei Jahren um höchstens zwanzig Prozent steigen, in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt nur um fünfzehn. Das ist die Kappungsgrenze aus § 558 Abs. 3 BGB, und sie gilt zusätzlich zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Dazwischen liegt außerdem eine Sperrfrist: zwischen zwei Erhöhungen mindestens ein Jahr, und beim Wirksamwerden muss die Miete fünfzehn Monate unverändert gewesen sein.

Der dritte Werktag, und der Samstag zählt mit

Als Mieter kündigst du mit drei Monaten Frist, unabhängig davon, wie lange du schon dort wohnst. Das Schreiben muss spätestens am dritten Werktag des Monats zugehen, damit dieser Monat noch mitzählt. Der Samstag ist dabei ein Werktag, das hat der Bundesgerichtshof entschieden, VIII ZR 206/04. Bei der Frage, wann die Miete zu zahlen ist, gilt das Gegenteil, VIII ZR 291/09.

Drei Nettokaltmieten, in drei Raten

Mehr als drei Nettokaltmieten darf die Kaution nach § 551 BGB nicht betragen, und du darfst sie in drei gleichen Monatsraten zahlen. Die erste ist zu Mietbeginn fällig. Der Vermieter muss das Geld getrennt von seinem eigenen Vermögen anlegen, damit es bei einer Insolvenz nicht verloren geht.

Zum Nachlesen

Nebenkostenabrechnung zu spät bekommen Die Abrechnung muss binnen zwölf Monaten bei dir sein. Kommt sie später, entfällt die Nachzahlung nach § 556 Abs. 3 BGB. Worauf es beim Zugang ankommt. Diese Nebenkosten darf der Vermieter nicht umlegen Verwaltung, Reparaturen, Rücklagen und Mietausfallwagnis gehören nicht in die Abrechnung. Die vollständige Liste nach § 2 Betriebskostenverordnung. Belege zur Nebenkostenabrechnung einsehen Du darfst die Originalbelege einsehen, Kopien bekommst du meist nicht. Bis zur Einsicht musst du die Nachzahlung nicht leisten — Zurückbehaltungsrecht. Heizkosten falsch verteilt? 15 Prozent kürzen erlaubt Mindestens 50 und höchstens 70 Prozent der Heizkosten müssen nach Verbrauch verteilt werden. Sonst darfst du deinen Anteil um 15 Prozent kürzen. Monatliche Verbrauchsinformation fehlt Bei fernablesbaren Zählern muss der Vermieter monatlich über den Verbrauch informieren. Bleibt das aus, erlaubt § 12 HeizkostenV drei Prozent Kürzung. CO2-Kosten fehlen in der Heizkostenabrechnung Fehlen die Angaben zum CO2-Kostenanteil in der Heizkostenabrechnung, erlaubt § 7 CO2KostAufG eine Kürzung um drei Prozent. So machst du sie geltend. Von Einzelöfen auf Zentralheizung umgestellt BGH, Mai 2026: Wer vorher selbst für die Heizung zahlte, muss die Kosten einer neu eingeführten Wärmelieferung nicht als Betriebskosten tragen. Kabelgebühren in der Nebenkostenabrechnung Das Nebenkostenprivileg für Kabelfernsehen ist zum 30. Juni 2024 entfallen. Was für die Abrechnung 2024 gilt, was für 2025 — und die Glasfaser-Ausnahme. „Sonstige Betriebskosten“ in der Abrechnung Sonstige Betriebskosten müssen im Mietvertrag einzeln und namentlich benannt sein. Ein pauschaler Sammelposten ist unwirksam — in zwei Minuten geprüft. Grundsteuer Jahre später nachgefordert Kommt der Grundsteuerbescheid verspätet und der Vermieter legt Einspruch ein, beginnt die Frist nach § 556 BGB später. Das BGH-Urteil vom 20. Mai 2026. Grundsteuer in der Nebenkostenabrechnung stark gestiegen Seit 2025 gilt die neue Grundsteuer, und der Posten steigt teils deutlich. Was der Vermieter umlegen darf und welche vier Punkte sich nachrechnen lassen. Wie viel darf die Miete steigen? Kappungsgrenze und Fristen Höchstens 20 Prozent in drei Jahren, in angespannten Märkten 15 Prozent. Dazu die Fünfzehnmonatsfrist und die vier zulässigen Begründungen nach § 558a BGB. Kündigungsfrist Wohnung Für dich als Mieter bleibt es bei drei Monaten. Für den Vermieter verlängert sich die Frist nach fünf und acht Jahren. Dazu Schriftform und Werktag. Eigenbedarfskündigung Der Eigenbedarf muss konkret begründet sein, für wen und warum. Was im Schreiben stehen muss und was die Sperrfrist nach § 577a BGB bedeutet. Muss ich beim Auszug renovieren? Meist nicht Starre Fristen, Endrenovierungsklauseln und Renovierungspflichten bei unrenoviert übergebener Wohnung sind nach BGH-Rechtsprechung unwirksam. Kaution nicht zurückbekommen? Fristen und zulässige Abzüge Wann der Vermieter die Mietkaution auszahlen muss, welche Abzüge zulässig sind und warum die Sechsmonatsfrist des § 548 BGB dein stärkstes Argument ist. Garage kündigen: Muster für das Kündigungsschreiben und die Frist Kostenlose Vorlage für die Kündigung einer Garage oder eines Stellplatzes, dazu die Frist nach § 580a Abs. 1 Nr. 3 BGB und die Regel, dass der Samstag als Werktag mitzählt. Garagenmiete erhöhen: was erlaubt ist, mit Musterschreiben Bei einer separat vermieteten Garage gilt § 558 BGB nicht. Erhöhen geht nur mit Zustimmung, per Staffel oder über eine Kündigung. Muster für beide Seiten. Wallbox in der Mietgarage: Anspruch nach § 554 BGB Wer eine Garage oder einen Stellplatz mietet, kann verlangen, dass der Vermieter eine Ladestation erlaubt. Wer zahlt, und wann er Nein sagen darf. Strom und Nebenkosten bei der Garage: wer zahlt? Bei einer getrennt vermieteten Garage muss jede Umlage vereinbart sein. Was ohne Vereinbarung gilt, wie Strom fair abgerechnet wird und welche Frist gilt.